Der letzte der drei legendären Kennedy-Brüder, US-Senator Edward "Ted" Kennedy, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Das gab seine Familie am Mittwochmorgen in Hyannis Port im US-Bundesstaat Massachusetts bekannt. Der demokratische Senator, jüngster Bruder des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, erlag den Angaben zufolge in seinem Haus in Hyannis Port einem
Krebsleiden. Bei Kennedy war im Mai 2008 ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert worden.
"Wir haben das unersetzliche Zentrum unserer Familie und das strahlende Licht in unserem Leben verloren, aber die Inspiration durch seinen Glauben, seinen Optimismus und seine Ausdauer wird in unseren Herzen
ewig weiter leben", hieß es in der Erklärung der Familie.
Kämpfer für Gesundheitsversorgung und Bürgerrechte
Kennedy saß seit 1962 für Massachusetts im Senat. Der Politiker war über Jahrzehnte eines der führenden Mitglieder der Demokratischen Partei. Er galt als Vertreter des linken Flügels der Demokraten und setzte sich vorrangig für soziale Belange ein. Bildung und Gesundheitswesen lagen ihm besonders am Herzen. 1971 wurde er Vorsitzender des Senatsausschusses für Gesundheit, sieben Jahre später kämpfte er an der
Spitze des Justizausschusses für den Zugang von Frauen und Minderheiten zu den juristischen Berufen. Im Jahr 1994 wurde er Vorsitzender des Arbeitsausschusses im Senat und arbeitete an einer grundlegenden Reform des Wohlfahrtsstaates.
In den vielen Jahrzehnten seiner Politikerlaufbahn nahm Kennedy Einfluss auf fast jedes Gesetz zur Sozialgesetzgebung, das den Kongress passieren musste. Nur zwei Senatoren in der Geschichte der USA
waren länger im Amt als er.
Schwarzenegger würdigt Kennedys "starken Charakter"
Der Tod Kennedys löste weltweit Betroffenheit aus:
US-Präsident Barack Obama würdigte den Verstorbenen als Schwergewicht der amerikanischen Politik. Kennedy sei ein "Löwe für die fortschrittliche Sache" gewesen. "Ein wichtiges Kapitel unserer Geschichte ist nun beendet", sagte Obama. Unser Land hat einen großen Mann verloren, der den Stab von seinen gefallenen Brüdern übernahm und der größte Senator der Vereinigten Staaten in unserer Zeit wurde."
Großbritannines Premierminister Gordon Brown erklärte, Kennedy würde "nicht nur in Amerika, sondern in jedem Kontinent getrauert". Selbst der bevorstehende Tod hätte ihn nicht davon abbringen können, für sein Lebenswerk zu kämpfen. "Ich bin stolz, dass ich ihn zu meinen Freunden zählen konnte." Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger lobte Kennedy als einen "Mann von starkem Glauben und Charakter". "Teddy lehrte uns, dass der Dienst an der Allgemeinheit kein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung ist". Schwarzenegger ist mit einer Nichte von Edward Kennedy verheiratet.
Großbritanniens Ex-Premier Tony Blair würdigte Kennedy für seinen "leidenschaftlichen Beitrag" im Friedensprozess in Nordirland. Auch der irische Ministerpräsident Brian Cowen hob die Verdienste Kennedys in Nordirland hervor. "Er hat seinen beträchtlichen Einfluss im mächtigsten Parlament der Welt genutzt, um diese Insel zu einem besseren Ort zu machen", sagte Cowen. Die Kennedys sind irischer Abstammung.
Mysteriöser Autounfall verbaut Weg ins Weiße Haus
Edward Moore Kennedy wurde am 22. Februar 1932 in Boston geboren. Er war das jüngste von neun Kindern des hoch angesehenen Ehepaares Joseph und Rose Kennedy. Seine drei Brüder starben eines gewaltsamen Todes: Joseph junior fiel im Krieg, John Fitzgerald, der 1961 Präsident geworden war, wurde 1963 ermordet, Robert fiel 1968 im Präsidentschaftswahlkampf einem Attentat zum Opfer. Nach Roberts Tod übernahm Edward die Rolle des Patriarchen in dem einflussreichen Ostküstenclan. Im Wahlkampf im
vergangenen Jahr zählte er zu den gewichtigsten Unterstützern der Kandidatur des jetzigen Präsidenten Barack Obama.
Seine berufliche Karriere begann Kennedy nach einem Studium der Geschichte an der Harvard-Universität und anschließendem Jura-Studium als Anwalt in Boston. 1958 managte er den Senatswahlkampf seines Bruders John. Vier Jahre später, als John Präsident wurde, gewann Edwards dessen frei gewordenen Senatssitz und wurde seit dem immer wiedergewählt. Doch sein vorgezeichneter Weg an die Spitze der
US-Politik endete im Juli 1969 durch einen mysteriösen Autounfall nach einer Party auf der Insel Chappaquiddick in Massachusetts. Bei dem Unfall ertrank Edwards junge Assistentin Mary Jo Kopechne. Kennedy konnte sich aus dem Wagen befreien, alarmierte aber erst zehn Stunden später die Polizei. Er wurde wegen Unfallflucht zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Vorfall markierte das
Ende seiner Ambitionen auf die Präsidentschaft. Der letzte der Kennedy-Söhne wurde nie von der Demokratischen Partei zum Kandidaten gekürt.
Nach Edwards Tod lebt nur noch eines der neun Kinder von Joseph und Rose Kennedy: Jean Kennedy Smith. Erst vor zwei Wochen war Kennedys Schwester Eunice Kennedy Shriver im Alter von 88 Jahren gestorben. Shriver hatte sich insbesondere als Vorkämpferin für die Akzeptanz von Behinderten und Gründerin der weltgrößten Veranstaltung für den Behindertensport, die Paralympischen Spiele, im Jahr 1968 einen Namen gemacht.
Quelle: Stern.de
Wenn etwas klemmt,wende Gewalt an.Geht es kaputt, hätte es eh erneuert werden müssen.